Unsere Kirche in Ankum - Geschichte

Die Kirche St. Nikolaus beherrscht in Ankum mit ihrem fast 80 Meter hohen
Turm die Ansicht des Dorfes. Sie liegt am Ende einer Erhebung, eines
Geländesporns, der bis in die Mitte des Dorfes reicht. Nur selten nimmt eine
Kirche eine solch beherrschende Position inne, bedingt durch die Lage und
die Größe des Kirchbaues, der nicht zur Größe des Dorfes zu passen scheint.
Ein geschichtlicher Rückblick soll eine Deutung geben.

Ankum, heute eine Einheitsgemeinde, die zur Samtgemeinde Bersenbrück
und zum Landkreis Osnabrück gehört, mit über 7000 Einwohnern, war
ehemals der Mittelpunkt des sächsischen Farngaues.

Der Name Ankum erscheint als „Ainghem“ erstmals in einer Urkunde
Kaiser Ottos II aus dem Jahre 977. Die Kirchengemeinde wird als „ecclesia Anchem“ zuerst im Jahre 1169 urkundlich erwähnt. Um diese Zeit wurde wohl auch die erste Steinkirche als Nachfolgerin einer Holzkirche erbaut. Mit ihren beiden Seitenschiffen war sie als dreischiffige Basilika die Mutterkirche des Osnabrücker Nordlandes. Nach mehrfachen Erweiterungen und Umbauten wurde um 1500 der Turm errichtet, der als jüngster Bauteil der alten Kirche heute den ältesten Teil der jetzigen Kirche bildet.

Stürme und Brände, Kriege und die Zeit gruben ihre Spuren in dieses Bauwerk. Hier suchten die Menschen Zuflucht und Schutz und bauten die Kirche als Kirchburg am Westhang aus, geschützt und gestützt durch mehrfaches Mauerwerk und im Osten, Westen und Süden umfriedet durch heute noch teilweise erhaltene Mauern. Drei Tortürme boten Zugang zu diesem Bollwerk. Sie wurden leider wohl infolge eines großen Brandes im Jahre 1848 abgetragen.

Am 21. Juni 1892 setzte ein Blitz den Kirchturm der alten Kirche in Flammen und zerstörte Turmund Kirchdach. Gegen die Bemühungen der Denkmalspfleger wurde der kunsthistorisch wertvolle Bau 1895 zum Abbruch freigegeben. Daraufhin baute die Pfarrgemeinde Ankum, die damals noch 19 Landgemeinden mit mehr als 6000 Seelen umfasste, die Kirche groß genug, damit die Gläubigen des Kirchspiels in ihrem Gotteshaus Platz finden konnten. So erklärt sich die Größe der heutigen Kirche.

Das nach Osten hin verlängerte Gotteshaus wurde unter Beibehaltung des wuchtigen Kirchturmes erstellt. Der Turm wurde noch um zwei Geschosse für die Glocken und die Turmuhr aufgestockt. Der Neubau wurde nach den Plänen des Architekten Johannes Franziskus Klomp aus Hannover im neuromanischen Stil als kreuzförmige Säulenbasilika errichtet.

Die Grundsteinlegung fand am Jahrestag der Zerstörung am 21. Juni 1897 statt und am 23. Oktober 1900 konnte die Einweihung durch den Bischof von Osnabrück, Hubertus Voß, vorgenommen werden. Die Kirche hat im Inneren gemessen, eine Länge von 52 Metern. Das Mittelschiff ist 11 Meter breit und insgesamt hat die Kirche eine Breite von annähernd 25 Metern, die lichte Höhe beträgt 19 Meter. Das Mauerwerk besteht aus Ueffelner Bruchstein. Portale, Pfeiler, Fenstereinfassungen sind aus Ibbenbürener Sandstein. Die Säulen aus rotem Sandstein stammen aus der Eifel.

Fünf Bronzeglocken (des`- es`- f`- as`- b`), die 1957 von A. Junker, Brilon, gegossen wurden, klingen weit in das Kirchspiel hinein.

Nach den Plänen des Kirchbauarchitekten wurde 1927 eine Kapelle südlich der Kirche zum Gedenken an die Gefallenen des 1. Weltkrieges erbaut und die alte Bogenreihe entlang der Hauptstraße erneuert. Begrenzt wird die Bogenreihe von einem mächtigen Sandsteinrelief des HL. Michael an der Kapellenfassade und einer Mariendarstellung am Abschluss der Arkaden.

Text: Bernhard Baune

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