Unsere Kirche in Eggermühlen - Geschichte

Schon 1134 und 1136 wurde der Ort Eggermühlen erwähnt. Der Bischof von Osnabrück hatte es dem Rittergut Eggermühlen als ein zu Lehen gegebenes Bauernerbe geschenkt und so erhielt der Ort von daher seinen Namen. Seit 1654 ist das Rittergut im Besitz der Familie von Böselager. In dem 1714 - 1718 neu errichteten Hauptflügel des Herrenhauses wurde auch eine Hauskapelle eingerichtet. 1869 ließ Clemens von Böselager an das neue Herrenhaus eine öffentliche Kapelle anbauen, in der ein Hilfsgeistlicher aus Ankum die hl. Messe für die Bewohner des Gutes und der Umgebung feierte. Durch den großen Zustrom von Flüchtlingen nach dem 2. Weltkrieg wurde die Gutskapelle zu klein und der Bau einer neuen Kirche notwendig. Die neue Kirche wurde nach den Plänen des Architekten Franz Allerkamp, Brakel / Westf. in den Jahren 1952 – 1954 gebaut.

Sie wurde 1954 von Erzbischof Dr. Wilhelm Berning eingeweiht. Seit Dezember 1554 war Eggermühlen nun als Tochtergemeinde von Ankum ein selbstständiger Seelsorgebezirk. 1966 wurde es zur eigenen Pfarrei erhoben. Seit 2001 sind die Gemeinden Mariä-Himmelfahrt, Eggermühlen, Herz-Jesu, Kettenkamp und St. Nikolaus, Ankum zu einem Pfarrverbund zusammengelegt worden und inzwischen zu einer Pfarreiengemeinschaft vereinigt. Seit 2006 gibt es einen gemeinsamen Pfarrgemeinderat für alle drei Gemeinden, die drei Kirchenvorstände sind jedoch weiterhin selbstständig. Das Kirchengebäude ist ein einschiffiger Backsteinbau mit seitlichen Rundbogenfenstern und einem rechteckigen Chorananbau. Ein niedriger Turm wurde über und vor dem Westeende des Dachfirstes errichtet. Im Inneren schließt ein hölzernes Tonnengewölbe den Kirchenraum nach oben ab. Sie hat eine Länge von 35 m und eine Breite von 13,40 m und bietet rund 250 - 300 Personen Platz. 1970 erhält die Kirche eine neue Pfeifenorgel mit einem Pedalregister und fünf weiteren Registern aus der Werkstatt Kreienbrink in Osnabrück.

1978 erhalten die vier neuen Glocken ihre kirchliche Weihe. Die Töne des Geläutes sind – passend zur Kirchenpatronin Maria - nach den Anfangstönen des „Salve Regina“ gestimmt:

d = Christusglocke (1450 kg),
fis = Marienglocke (850 kg),
a = Josefsglocke (450 kg),
h = Raphaelsglocke (350 kg).

Die Kirche wurde 1965 nach den Erfordernissen des Zweiten Vatikanischen Konzils renoviert underhielt damals die noch heute verwendeten grünen Marmor-Sakralgegenstände, die in schlichter Form ausgeführt wurden: Altar, Ambo und der Tabernakel von Dominikus Witte aus Osnabrück gestaltet mit einem aufkeimenden Weizenkorn als Tabernakeltür, gemäß dem Schriftwort: „Wenn das Weizenkorn in die Erde fällt und stirbt, bringt es reiche Frucht“ (Joh 12,24). Der neu gestaltete Taufstein des Künstlers Georg Hörnschemeyer, Osnabrück aus Sandstein gefertigt, fand im Eingangsbereich der Kirche eine neue Zuordnung.

Neugestaltete Fenster an beiden Chorraumseiten lassen die frohmachende Botschaft wie ein lichtdurchflutendes Element erscheinen. In Bezug auf die Pfarrpatronin weisen in den Fenstern an der Westfront sieben kristalline, rubin-leuchtende Steine auf die sieben Schmerzen und die sieben Freuden Mariens hin. In den Fenstern an der Ostseite wird der „Brennende Dornbusch“ aus dem Alten Testament thematisiert, in dem sich Gott zum ersten Mal den Menschen offenbart mit dem Wort: „Ich bin der Ich-bin-da“.

Eine weitere Innenrenovierung wurde 2012 durchgeführt. Als bestimmendes Element sollte das Patronat der Kirche stärker ins Blickfeld der Gemeinde treten. Davon ließ sich der Künstler Paul Wessler, Bramsche bei der Gestaltung leiten, indem er die Statue der Maria, die der Bildhauer Ludwig Nolde geschaffen hat, in den Mittelpunkt der Chorwand rückte. Die farbliche Gestaltung von Blau, Orange und Gelb wurde von den Seitenfenstern des Chorraumes aufgenommen. Beim Betreten des Gotteshauses geht der Blick über die Osterkerze den Mittelgang entlang, über den in die Mitte der Kirche gesetzten Taufbrunnen zum Altar und steigt mit der gelben Farbe zur Marienstatue empor, die mit einem hellen Lichtstrahl von oben die Aufnahme in den Himmel symbolisiert. Die blaue Farbe steht dabei für Maria und ihren Glauben und für die Unendlichkeit. Das Wandbild offenbart auch ein Kreuz, das gebildet wird durch eine horizontal verlaufende Linie oberhalb der blauen Fläche und dem vertikalen, hellen Lichtstrahl.

Insgesamt wurde der Altarraum vergrößert, Ambo und Tabernakel erhielten einen neuen Standort und als Vortragekreuz dient nun ein vom Künstler Reinart Dasenbrock gestaltetes, dreilagiges Kreuz aus altem Eichenholz und zwei Plexiglasscheiben.

Text: Bernhard Baune

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